Insektennisthilfe und ihre „Bauvorschriften“

Wie muss ein Insektenhotel aussehen, damit die Wildbienen auch einziehen?

Leider erfüllen viele fertige Unterkünfte für unsere Insekten, die inzwischen teuer im Fachhandel oder ziemlich günstig beim Discounter zu erwerben sind, nicht die erforderlichen Voraussetzungen. Die Folge: Es gibt keine Mieter.

Die häufigsten Fehler sind zu große Durchmesser bei den Röhren, zu kurze und auch hinten offene Röhrchen, man findet sogar Tannenzapfen, kleine Ästchen oder Gräser in den hölzernen Hotels, die niemals Wohnstatt für wilde Bienen werden.

Ich habe vor zwei Jahren im guten Glauben selbst solch eine Nisthilfe erstanden. In den wenigen kleinen und kaputten Bambusröhrchen haben drei Bienen gebaut, geschlüpft ist  keine einzige.

insektenhotel

Dabei sind die Bedingungen gar nicht schwer zu erfüllen. Ich fasse kurz die wichtigsten Daten zusammen:

Geeignet sind Bambus- und Schilfröhrchen, Hartholzblöcke, Tonziegel und Lehm oder Sand. Die Durchmesser der Röhrchen sollten zwischen 2 und 10 mm liegen, von den meisten Arten werden Durchmesser von 3 – 6 mm bevorzugt. Der Abstand zwischen den einzelnen „Wohnungen“ und zum Rand sollte ca. 2 cm betragen, die Tiefe mindestens 5, besser ca. 10 cm. Wichtig ist, dass alles glatt und sauber ist, damit sich die Insekten nicht ihre zarten Flügel verletzen. Bei Lehm ist zu beachten, dass er nicht zu hart wird. Er sollte mit dem Fingernagel abkratzbar sein, damit die Insekten sich eine Brutröhre bauen können.

So sieht mein nun selbst bestücktes Hotel jetzt aus und ich werde im Laufe des Jahres berichten, wie sich die Hausbesetzung entwickelt.

 

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Vereinzelte Brutröhrchen im Holz und im Schilf wurden bereits während der Bauphase belegt. Das Heu oben rechts ist für Ohrwürmer gedacht, die als Nützling die Blattläuse im Zaum halten.

Ich weiß jetzt auch, warum diese Nisthilfen nicht ganz billig zu haben sind, denn geeignetes Material zu sammeln , dieses zusammenzustellen und passend einzubauen, braucht Zeit und Sorgfalt. Es hat mir trotzdem sehr viel Freude bereitet.

Wer noch mehr über dieses Thema erfahren möchte, kann sich unter folgenden Links informieren:

http://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/

http://www.wildbienen.de/

6 Gedanken zu „Insektennisthilfe und ihre „Bauvorschriften““

  1. Liebe Karin,
    dein blog gefällt mir sehr gut. Das ist eine wirklich gute Idee von dir!! An meiner Grundschule haben die WTG- Lehrerinnen auch einmal ein solches Insektenhotel gebaut. Ich fand, das war eine wirklich tolle Idee und soweit ich weiß, hat es allen Spaß gemacht!!! Ob es natürlich deinen Richtlinien entsprach und wie gut die Behausung angenommen wurde, weiß ich nicht.
    Sind die Schneckenhäuschen auch als „Zimmer“ gedacht, sozusagen die Suiten, zumindest das Weinbergschnecken-häuschen? ;))))

    1. Hallo Susanne,

      hab mich sehr über Deine Antwort gefreut. Was die Schneckenhäuser betrifft, gibt es wohl Insekten, die tatsächlich in diese verlassenen Häuschen bauen. Ob es solche auch in unserer Umgebung gibt, weiß ich noch nicht. Bis jetzt sind sie noch leer. Sollte sich hier etwas tun, werde ich davon berichten.
      Einige Bambus-, Schilf- und Holzröhrchen sind jedenfalls bereits belegt.

  2. Gratuliere zu dieser schönen Seite und den ausführlichen Beschreibungen! Vor allen Dingen kann ich durch das Teilen Deiner Erfahrungen selbst Fehler vermeiden.
    Ich wünsche Dir viele Hausbesetzer im Insektenhotel und bin gespannt wie es bei Dir weiter geht.

    1. Hallo Ira,

      herzlichen Dank für Deine Worte. Wenn Du Informationen für Deinen Garten gebrauchen kannst, um so besser. Hoffentlich bis bald…

  3. Schön…! Der Blog und das neue Insektenhotel. Man merkt, dass da viel Liebe drinsteckt. Ich wünsche dir für das Hotel viele Gäste und bin gespannt auf weitere Berichte 🙂

    1. Liebe Melanie,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Freue mich, dass es Dir gefällt und über weitere Gedanken zu dem einen oder anderen Beitrag.

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